Guten Morgen Herzinfarkt

Das Casper-Studio-Blog

Inzwischen

POW POW POW POW POW POW!!!

AAAAAAAAAAAAAAAAAAH!

Es ist viel zu lang her.

Viel, viel, viel, viel zu lange ist das her.

Ich bin ein dreckiges, räudiges Schwein.

Ich bade mich in Schuld und Sühne. Devot gesunkenen Hauptes.

Schenkeltief in Schlamm. 

Es tut mir leid. 

AAAAAAAAAABER: Wir sind ja auch was am Machen dranne. Mit Laptops und so. Mit Pauken und Trompeten. Ohne Scheiß!

WIRKLICH mit Pauken und Trompeten!

Ich mein', wie oft sagt das einer, und es stimmt WIRKLICH?! Poah! Wahn-sinn.

Was ist passiert?

Ach ja, im Studio sind wa gewesen. Das war total spitze dort! Und viele Sachen haben wir da auch gelernt. Zum Beispiel, dass, wenn man schlafen will, in einem der westlichen Zivilisation angemessenen Rahmen, dann legt man Daniel ans andere Ende der Wohnung. Am besten aber in den Hausflur. Und: Konrad steht dem in nichts nach! Der Alsan ist ein alter Zähneknirscherich … Außerdem haben wir ja aber auch noch ein bisschen Musik eingespielt. Davon hab ich ein paar Bilder. Eins davon, unter anderem, wie ich oberamtlich an der Schießbude absolut frostbittene Stimmung verbreite. Toll.

Oberamtlichst was an der Schiessbude am Wegblasten

Dann hat der Markus total tapfer die Todesgrippe von der Spree überlebt. Der Arme. Ihr hättet ihn sehen sollen! Also ich hab den selbstverständlich NICHT gesehen, da ich weiß Gott so weit wie nur möglich von dem Kerl weggeblieben bin, aber Primärüberlieferungen zufolge war er total verletzlich. Wie ein kleines Reh. In dem Körper eines Eichhörnchens. Eingebettet in Zuckerwatte. So verletzlich! Aber überlebt hat er das und biegt jetzt den ganzen Mist wieder gerade, den wir da im Studio veranstaltet haben! Inklusive fragwürdigen Solo-Saufabenden. Aber darüber darf ich nicht reden, hab ich versprochen.

Markus fühlts halt voll

Puuuuh, so.

Ach ja!

Laut Taff-Bericht leb ich in dem sozialschwächsten Armenzuwanderungsviertel Deutschlands. ICH! In einem Problemviertel! Könnt ihr euch DAS vorstellen?!?!?!?!?!?!?! 

Um Himmels willen! Wie ich da immer rotbäckig mit meinem karierten Picknickkorb liedpfeifend umherhüpfe, in einer Mission der ewigen Liebe und Glückseligkeit, und dann HIER?! Davon merk' ich aber NIX! Da wird immer wieder von netten Onkels Schokolade aus dem Auto angeboten und zwischendurch offerieren Menschen Traubenzucker am Spielplatz. MEINER MEINUNG NACH alles ein Träumchen!

Nee, Spaß. Alles easy hier. Und eine spitzenmäßige Kumpel-WG. 

Ääääähmm …

Ach ja, ich habe gestern Vocals für einen Song aufgenommen.

Das war aber grauenvoll.

Dafür gibt's aber Vocals auf anderen Songs, die nicht soooooo grauenvoll sind. 

Vielleicht. 

Ich dachte auch mal, dass ich euch wissen lass, was grad so superspitzenmäßig in meinem Ghettoblaster läuft. Ich hab gesehen, das machen andere auch!

1. Bastille – »Bad Blood (The Extended Cut)« (LP)
2. Tyler The Creator – »Wolf« (LP)
3. Foxygen – »We Are The 21st Century Ambassadors Of Peace & Magic« (LP)
4. Rhye – »Woman« (LP)
5. Youth Lagoon – »The Year Of Hibernation« (LP)

Und sonst?

Ich hab'n bisschen Angst. 

Davor, dass das alles irgendwie …

Ach, egal!

Es liebt,
der Ben

Konsti ist sich nicht sicher, ob er's fühlen soll, darf, KANN

Harte Zeiten an der Börse

Full circle

Im Studio in Sandhausen

Guten Tag.

Es ist 12:49 Uhr mitteleuropäischer Zeit, in einem WG-Zimmer irgendwo in Mannheim. Wir schreiben den 25.02.2013 und arbeiten seit Ende November an einem Album, das mich in den Wahnsinn treibt. Ein positiver Wahnsinn.

Die Art von Zermürbung und Haareraufen, die man beim Lösen eines zigtausendteiligem Puzzle erlebt. In 3-D. Vom Schloss Versailles. So irgendwie. 

Wir haben in akribischer, letztminütiger Arbeit noch neun von vermutlich zwölf Skizzen aufnahmefertig gemacht. Da waren viele Nächte dabei, einige kaffeedurchtränkte Morgen, einiges an: »Ey, das ist jetzt der sechste Mix von ein und demselben Song, ich WEISS. ES. EINFACH. NICHT. MEHR.« Und noch mehr Verzehr der ersten Gorburger-Show-Staffel und Andrew-W.K.-Fangirling.

An dieser Stelle möchte ich loswerden: Andrew W.K. ist vermutlich der lustigste Mensch der Welt. Und »Party Hard« sollte in jedem gut sortierten Single-Regal zwischen »Bohemian Rhapsody« und »Hey Jude« stehen. 

Der Song ist übrigens mein neuer Morgen-Handywecker-Song. Hat das Erbe meiner ewigen Handywecker-Eins angetreten. Seit meiner spätgezündeten Handyjugend wurde ich bis vor einer Woche immer mit Jay und Silent Bob geweckt:

»Mother-motherfuck
mother-motherfuck-fuck
motherfuck, motherfuck, noish noish noish
shmoookin weeeeed, shmoooookin weeeeed
doin coke, drinkin' beers
drinkin' beers, beeeeers, beeeeers
rollin' phatties, smokin blunts
who smokes the blunts? WE SMOKE THE BLUNTS.
«

Trauriger Weise kann ich das auswendig runterschreiben, ohne mithören zu müssen. Und ich kichere dabei wie nervöse Mädchen beim Schulsport. Wheeeew!!!

Ansonsten bin ich sehr stolz, sagen zu können, dass dies die erste Platte ist, die auch mit der Live-Band aufgenommen wird. Also Timur, Konrad, Michbeck, Daniel und Korbach, die im Übrigen echt viel an dem Album mitgeschrieben haben. Ein Experiment im gewissen Sinne, aber dennoch so Hollywood-Blockbuster-schön, mitzuerleben wie alles, wie man so schön sagt, »full circle« kommt. Viel Euphorie, gepaart mit leichter Nervosität und einem seltsamen Anflug von Aufgeregtheit umgibt mich. 

Die Jungs kommen gegen 14:27 Uhr hier an. Und ich denke, die fühlen so ähnlich.

Mir ist es wichtig, dass eine Platte rauskommt, die eben nicht perfekt klingt. Wo man kleine Stolperer drin hört, vielleicht ist hier und da im Hintergrund was umgefallen. Vielleicht ist hier und da ein Halbton zu tief oder ein Anschlag zu spät, aber dieses immer und ewige Geraderücken von allem ist schon irgendwie langsam ein bisschen seelenlos. Deswegen wird wohl weitestgehend live aufgenommen werden.

Mich haben immer Gesamtwerke fasziniert. Von der Stimmung über den Sound bis hin zum Titel und Artwork. Ein jüngeres Beispiel wäre da sicherlich The '59 Sound von The Gaslight Anthem, da stimmt von thematisch über musikalisch bis visuell meiner Meinung nach ziemlich viel bis alles. Ein »Älteres«, wenn man denn so mag, wäre vielleicht Murder Ballads von Nick Cave, das ich aktuell oft höre. Rain Dogs von Tom Waits gehört auf jeden Fall auch dazu.

Wie wichtig ist euch das denn? Also interessiert euch das ganze drumherum? Eine Stimmung, die auf alle Ebenen übertragen wird? Oder mache ich mir da zu viele Gedanken und es geht einzig um die Musik?

Im Übrigen gibt es noch keinen Albumtitel. Ich hatte einen, den ich sehr mag. Dann haben mich alle, von Mitmusikern bis Management ENTSETZT angeschaut und es wurde einstimmig für Schwachsinn erklärt.

Bis dann.

Es liebt
der Ben

Im Studio in Sandhausen

Im Studio in Sandhausen

Im Studio in Sandhausen

Im Studio in Sandhausen

Im Studio in Sandhausen

Im Studio in Sandhausen

Im Studio in Sandhausen

Aus dem Kerker

Idyllische Aussicht aus dem Kerkerkellerstudio

Helloooooooooooooooow!

Lang ist’s her seit dem ersten/letzten Lebenszeichen hier, deshalb nun mal ein Update:

Wir haben den Kerker von Markus Ganter bezogen, alles voller Instrumente, Kaffee und Whiskey gestellt, und drauf los getrümmert. Gewerkelt, um die groben Skizzen des Spanien-Urlaubs und den Beatideen von hoch angesehenen Sprechgesangsproduzenten des Landes zu einem Ganzen zusammenzufügen. Immer mal hier was weggenommen, da was dazugetan, gemerkt, dass das totaler Unsinn ist und wieder von vorne angefangen. Alles im »trial and error«-Verfahren, aber ohne Spaß, das wird was! Das wird richtig was hier in dem Kerker!

»Kerker?«, werden einige fragen. Ja, KERKER! Man geht in das Haus hinein und direkt eine aus grobem Beton gegossene Treppe hinab, umringt von einer Ziegelwandkonstruktion, wie man sie sonst nur aus Filmen wie Hostel und Das Schweigen der Lämmer kennt – oder aus den Ostblockstaaten. Auf jeden Fall geht seltsames Zeug hier vor sich: Dinge fallen unkontrolliert um, manchmal erklingen Töne, deren Herkunft ungeklärt ist. Markus meinte auch, dass, als er diesen Raum als Studio bezogen hat, sie zunächst einmal mysteriöse Haken aus der Decke entfernen mussten. Ich bin mir sicher, dass es hier spukt. Sicher bin ich mir aber auch, dass diese Grim- und Frostbitten-Atmosphäre mein inneres Blashyrkh channelt und eine Ravendark-artige und spitzenmäßige Scheibe rauskitzeln wird!

Die Treppe zur Hölle

Was uns auch prima zum nächsten Thema bringt:
 Wird es ein Album wie »Halbe Mille«?

Oder doch eher ein zweites XOXO?
Zurück zu Hin zur Sonne?

All dies sind so Frägelchen, die immer wieder erklingen.
 Die Antwort ist: keins der drei!

Nicht umsonst habe ich dieses Spitzenteam, bestehend aus Markus Ganter (im ersten Blog-Eintrag näher vorgestellt) und, Trommelwirbel, Konstantin Gropper erwählt. Konstantin wer? Sag ich euch! Konstantin Gropper! Seinerseits German wunderkind und solo infernale des Projektes Get Well Soon. Es ist mir wirklich eine große Ehre, auch diesen Herren in der Mannschaft »X« begrüßen zu dürfen, bin ich doch ein großer Fan des Schaffens. Wer nicht firm mit dem Katalog des stets toll gekleideten Mannes Gropper ist, der führe sich umgehend »Vexations« zu Gemüte. Als Einstieg empfehle ich auch das wunderbare Video zu »Angry Young Men«. Ein persönlicher favorite ist auch der Ghetto-Smashhit »We Are Ghosts« oder auch »Roland, I Feel You«. Tolle Sache.

Außerdem gesellen sich als Gastmusiker ein paar absolute Helden von mir dazu.
Totaler Wahnsinn.

Dazu ein andermal mehr!

Konstantin gettin' busy

Textlich: geht es voran!

Mir ging es nie darum, so krasse Raptechnikabfahrten zu machen, zumal ich glaube, dass ich auf dem Gebiet nicht einmal einer der besten bin. Irgendwann, wenn ich groß und stark bin, kann ich auch gut rappen, bestimmt! Aber nein, mir ging es immer mehr darum, Atmosphäre zu erzeugen, ein kohärentes Ganzes zu schaffen, ein Werk wenn man denn so will. Hin zur Sonne war der erste Versuch und ganz okay, XOXO hat dieses teenage angst, dieses Ungewisse auch super getroffen. Aber nun geht es an was Neues. Und ich bin echt begeistert grad, so nah und vor allem so schnell bin ich nie einer Vision nahe gekommen, musikalisch. Eine Ehre, in der Position zu sein, wo man sich mit persönlichen favorites zusammensetzen kann und Ideen zusammen spinnt. Wünscht uns Glück, dass es weiter so gut voran geht! Wir geben unser Bestes hier! 

Ende des Monats geht es in so ein fettes Studio.
 So ein großes.
 Wo sonst nur ernstzunehmende Musiker aufnehmen! 

Es bleibt spannend!

Mooornin Lads!

Mooornin Lads

Mooornin Lads,

wie viele von euch mitbekommen haben, arbeiten wir mittlerweile an einem neuen Album. Das ist schön, das ist gut.

Die Fragen werden immer häufiger, immer lauter und, im positivsten Sinne, ja, immer penetranter :) Wann kommt es raus? Wie weit seid ihr? Gibt es Features? kommt endlich mal ein Song mit Band/Rapper/Sänger/Chanteuse X? Wie wird es heißen?

Die Wahrheit ist: vieles davon kann ich euch selbst noch nicht beantworten. 
Rollen wir aber einmal das bisher Geschehene von hinten auf:

Direkt nach Beendigung der Festivalsaison sind wir nach Calonge, Spanien gereist. Das war ein sehr schöner Ort. Während ihr euch mit stürmischen Winden, Regenwetter und Übergangsjacken beschäftigt habt, waren wir in den Bergen dieses kleinen spanischen Ortes und haben offiziell die Arbeiten an Platte x begonnen. »Wir« bedeutet in diesem falle Konrad Betcher (der Keyboarder in der Casper-live-Band), Jan Korbach (Gitarrist in der Casper-live-Band), Markus Ganter (Produzent des neuen Albums und verantwortlich für, unter anderem, das Album der Band Sizarr, welches mich nach wie vor umhaut) und moi (Schreihals, Nervensäge, Emo-Mädchen und Arschfüralles in der Casper-Band). Dort haben wir natürlich nicht rumgehangen, keine Drogen genommen, nichts getrunken, nie in der Sonne (wahlweise auch NICHT am Pool) gelegen, sondern 24/7 ca. zehn Tage lang die ersten Skizzen geschaffen, die die erste Richtung vorgeben, in die das Mammutprojekt »X« gehen soll.

Das Studio in Calonge

Marschrichtung ist: es wird weder ein neues »Hin zur Sonne«, noch ein zweites »XOXO«. 

Ich sehe persönlich einfach keinen Sinn darin, mich zu wiederholen. Das wird Leuten gefallen, das wird Leuten nicht gefallen. Aber ich, Benjamin, so in meinem Schaffen finde das bisher Geschaffte großartig. 

Aaaaaaaber: da liegt noch ein weiter weg vor uns. Leider Gottes.

Seit Dezember, mit Weihnachts- und Silvesterunterbrechungen (Frohes neues Jahr an dieser Stelle der Gänze halber!), arbeiten wir mit Hochdruck an Skizzen, Texten, Ideen und Visionen. Schieben hier mal was, nehmen da mal was auf, verwerfen vieles, behalten manches, hinterfragen alles und sind eigentlich mit dem Kopf nur bei dieser Sache. Selbstgesetzte Deadline ist hier dann für uns 
April, drückt uns die Daumen, dass das auch was wird :)

Ich hab keine Lust, etwas Halbgares in die Welt zu setzen, nur weil’s vom Release-Zeitpunkt (her) ideal wäre. Vor allem aber bin ich mir des Drucks bewusst, der auf der ganzen Sache lastet. Vor einigen Monaten noch selbstsicher in die Welt geraunt, dass diese Produktion ein Spaziergang wird, lachen wir grad alle weinenden Auges über diese Aussagen. Es ist wirklich schwer. Vor allem die berühmten Casper’schen Schreibblockaden wieder in full effect … aber die Musik, an der wird geschraubt wie irre und ich freue mich beinahe täglich wie ein kleines Kind über das, was schon steht!

Ich hoffe, euch hier immer wieder ein bisschen auf dem Laufenden halten zu können und werde ab und an ein bisschen was posten. Ob nun so geschrieben wie jetzt, vielleicht mal Fotos, vielleicht Handyvideos, vielleicht mal kleine Songsnippets oder sonst was … wir werden sehen. Aber in jedem Falle versuch ich ab und zu, aus dem Album-Bootcamp ein bisschen was zu erzählen. So ungeschönt wie möglich, so ehrlich wie nötig.

Soweit erst einmal cool?

Es liebt,
der Ben.

Arbeiten, 24/7